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© OrganART Media
2002-2009

Last update:
Apr. 06, 2008


 

Das Projekt "Virtuelle Europäische Historische Pfeifenorgeln"

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    Das Projekt

         Hauptziel des Projektes ist die Schaffung eines virtuell spielbaren Klang-Dokuments historischer Pfeifenorgeln in Würdigung der Instrumente berühmter Orgelbauer, wie beispielsweise Silbermann, Schnitger, Gabler, Cavaillé-Coll und vieler anderer. Alle Eigenschaften der Instrumente werden dabei weitestgehend erhalten, so beispielsweise der originale Raum mit seiner typischen Klangfärbung und dem Nachhall, Veränderungen des Winddrucks beim Spielen, Beeinflussung von Einschwingvorgängen durch mechanische Traktur (in Vorbereitung), sowie  Manual- bzw. Pedal-Trakturgeräusche.

         Die Klangdokumente sollen es Berufsorganisten, Orgelforschern, Musikhochschulen, Musikstudenten und Liebhabern ermöglichen, wertvolle historische Instrumente in ihrer originalen Raumumgebung virtuell zu spielen, so dass ein tieferes Verständnis für die Bedeutung der Instrumente und deren typische Eigenschaften entsteht. Damit soll auch ein Bewusstsein für die Erhaltung dieser Orgeln und des Orgelbau-Handwerks geschaffen werden.

          Darüber hinaus kann ein solches Klangdokument, welches ein exaktes Abbild eines Instruments mit all seinen Eigenschaften zu einem bestimmten Zeitpunkt darstellt und weit über die üblichen dokumentarischen CD-Aufnahmen hinausgeht, als wissenschaftliches Werkzeug für spätere Orgelrestaurationen und Klangforschungen eingesetzt werden. Das Instrument bleibt über seine begrenzte Lebensdauer hinaus (z.B. Zerstörung durch Brand, Erdbeben, Hochwasser, Vandalismus, irreparabler Zustand) virtuell auf Dauer spielbar erhalten. Das Klangdokument als Archiv stellt damit einen Beitrag zur Erhaltung des Orgel-Kulturerbes dar. Der Autor hat in diesem Zusammenhang Kontakte zu Pfeifenorgelbaufirmen und –restauratoren, zur Pfeifenorgelforschung (Fraunhofer-Institut Stuttgart)  und zu namhaften Organisten.
    Ein Teil des Verkaufserlöses geht immer als Spende oder als dauerhafte Umsatzbeteiligung an die Kirchengemeinden zum Unterhalt der Orgeln.

         Mit Hilfe der OSM-Aufnahmetechnik (Original Sound Mapping) des Autors werden alle (!) Pfeifen des Instruments in ihrem Raumklang abgebildet. Dabei werden Aufnahmen mit langer Klangdauer (im Bereich einiger Sekunden) und dem originalen Nachhall vorgenommen. Durch Multikanal-Aufnahmetechnik, Spezial-Mikrofone und High-End-Studioausrüstung bleiben alle stationären sowie nichtstationären Eigenschaften des Pfeifenklangs, wie beispielsweise Lautstärke- und Tonhöhenschwankungen und typische Ein- und Ausschwingvorgänge, die den lebendigen Pfeifenklang repräsentieren, erhalten. Daraus resultiert eine Authentizität des Klangs, die von Vor-Ort-Aufnahmen praktisch kaum unterscheidbar ist. Der Spieler ist beim Spiel mit einem professionellen Studio-Kopfhörer sozusagen virtuell im Kirchenraum anwesend. Inzwischen konnten bedeutende Klangdokumente aus dem europäischen Raum, wie z.B. die Silbermannorgel in Reinhardtsgrimma und die Bosch-Schnitger-Orgel in Vollenhove realisiert werden. Weitere Projekte im europäischen Raum sind in Vorbereitung.

        Wegen der Wertschätzung der Orgelbaumeister und ihres künstlerischen Handwerks  sind diese virtuellen Instrumente keinesfalls als Ersatz für Pfeifenorgeln, speziell im kirchlichen Raum, gedacht (siehe Lizenzbestimmungen).

         Die virtuellen Instrumente können mit einer Spezialsoftware (Hauptwerk, Crumhorn Labs, England)  und geeigneten leistungsfähigen Computer- und Audiosystemen, sowie entsprechenden MIDI-Orgelspieltischen gespielt  werden. Diese Software erlaubt eine vollständige originale Registrierung der Instrumente mit allen Spielhilfen (z.B. Koppeln) auch vom MIDI-Spieltisch aus.

     

    Der Autor

         Der Autor ist hauptamtlich als Professor für Informatik und Medientechnik an der  Hochschule Reutlingen tätig.  Er hat eine inzwischen über 30-jährige Erfahrung in Fragen des Orgelbaus, der Orgelforschung, der musikalischen Akustik und Musik-Elektronik und spielt selbst Orgel nebenamtlich.
    Er ist seit WS 2007 assoziiertes Mitglied des neuen Master-Studiengangs
    "European Organ Expert" der Musikhochschule Trossingen.